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10. – 12. Dezember 2010

Dozent: Dr. phil Jirina Prekop

Thema:
Wie man sich mit abwesenden Eltern oder geschiedenen Ehepartnern versöhnt, Betrauern und Rehabilitation der Geburt

Ein schwerer Beziehungskonflikt zwischen zwei schicksalhaft verbundenen Menschen, der sprachlich nicht zu bewältigen ist, lässt sich am ehesten unter einer fester Umarmung ausdrücken und versöhnen. Gemeint sind Paar– und Eltern-Kind-Beziehungen, wobei natürlich auch Kinder im erwachsenen Alter dazu zählen, u. U. auch Geschwister. Nachdem die beiden Betroffenen ihre Vorbehalte, Wut und Trauer von Angesicht zu Angesicht geäußert und sich ineinander hineingefühlt haben, nehmen sie nun die Chance zur Erneuerung ihrer vorbehaltlosen Liebe wahr. Eigentlich handelt es sich um eine seit jeher gelebte Lebensform, der sich aber der Mensch des technokratischen Zeitalters immer mehr entfremdet und sie deshalb als Therapie braucht. Ursprünglich entwickelte Martha Welch (USA) die Festhalte-Therapie unter dem Namen „holding“ für autistische Kinder. Unter Vermittlung des Nobelpreisträgers Niko Tinbergen (Oxford) wurde sie von Jirina Prekop übernommen und unter ihrem Namen zu einem besonderen Konzept der Bindungstherapie weiterentwickelt. Einen großen Sprung machte die Festhalte-Therapie unter der Integration des systemischen Ansatzes Bert Hellingers und seiner Familienaufstellungen. Die heutzutage praktizierende Festhalte-Therapie nach Prekop versteht sich als emotionaler Nachvollzug der systemischen Ordnung in familiären Bindungen unter der die Liebe frei fließen kann. Das Grundlagenseminar vermittelt die anthropologischen, philosophischen und bioenergetischen Begründungen des Festhaltens und aufgrund vieler Praxisberichte den Überblick über die Breite der Indikationen und der Kontraindikationen sowie über die bis heute entwickelten Arten der Festhalte-Therapie. So wurde auch ein setting entwickelt, das dem Kind und seiner Mutter zum Nachholen der Erlebnisse bei der Geburt verhilft (für Betroffene durch Frühgeburt, Kaiserschnitt, Hospitalisierung). Das andere eigentümliche setting heißt Aussöhnungstherapie; sie hilft die Eltern ins Herz zu schließen, die wegen ihrer Pflegebedürftigkeit oder ihres Versterbens nicht anwesend sein können. Auch die Chancen und Grenzen der Anwendung in öffentlichen Einrichtungen werden erläutert.

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Seminarort

 

Dr. phil. Jirina Prekop

 

Geboren 1929, in Mähren aufgewachsen, ist Diplom-Psychologin und arbeitete viele Jahre in einer Kinderklinik in Stuttgart. Die Festhalte-Therapie übernahm sie von Martha Welch (USA) und entwickelte sie als Chance zur Erneuerung der Liebe in familiären Beziehungen weiter. Sie lebt in Lindau am Bodensee und ist 1. Vorsitzende der „Gesellschaft zur Förderung des Festhaltens als Lebensform und Therapie e.V.“. Ihre erfolgreiche Bücher wurden mittlerweile in 16 Sprachen übersetzt. 

www.prekop-festhalten.de

 

Thomas Reich  | info(at)seminare-reich.de
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